Die Tempel von Angkor Wat und Siem Reap

Die Tempel von Angkor Wat und Siem Reap

21. August 2019 0 Von Peter

Es gab für mich eigentlich nur eine Sache die ich in Südostasien sicher sehen wollte, die übrigen Punkte waren flexibel. Angkor Wat war einer dieser Sehnsuchtsorte. Nachdem wir von Siem Reap aber erstaunt waren, hatte ich ein wenig Angst, wie der Besuch in diesen uralten Tempelanlagen sein würde. Gut mental gestärkt reisten wir am letzten Morgen aus unserem Retreat ab und wollten am nächsten Tag ein Dreitagesticket kaufen und direkt los starten. Nur die Reihenfolge des Besuchs war uns noch nicht ganz klar, denn obwohl meist von Angkor Wat die Rede ist, handelt es sich doch um mehr als zwei Dutzend einzelne Tempel auf einem sehr engen Raum, die alle erkundet werden können. Angkor Wat ist nur der bekannteste von ihnen. Wir hatten uns überlegt erstmal einige der unbekannteren Tempel zu besuchen um dann am zweiten oder dritten Tag das Highlight, Angkor Wat, zu besuchen.

Nach unserem Retreat ging es aber erstmal nach Siem Reap zurück, wo wir wieder in das Hotel eincheckten, in welchem wir schon vor dem Retreat waren. Dort hatte man freundlicherweise auch alle Dinge aufbewahrt, welche wir für die eine Woche nicht benötigt hatten, weshalb wir mit leichtem Gepäck reisten. Weil es wieder ein heißer Tag war ging es auch direkt an den Pool, wo wir auch die nächste Stunde damit verbrachten uns nach dem digitalen Detox wieder mit der Welt zu verbinden und auch ein wenig was von unserer Woche zu erzählen.

Abends waren wir mit unseren neuen Yoga-Freunden zum Essen verabredet, natürlich in einem veganen Restaurant. Es war eine Art großes Abschiedsessen, da viele am nächsten Tag schon weiter reisten. Die Übriggebliebenen teilten sich auf in zwei Gruppen. Die einen nahmen tatsächlich an einer Laufveranstaltung um die Tempel herum teil, die anderen verabredeten sich zur gemeinsamen Besichtigung der Tempel. Und schon hatten wir auch einen Plan und eine Truppe mit der wir am nächsten Tag losstarten wollten.

Wir trafen uns um 9 Uhr morgens zu sechst und mieteten uns zwei Tuk-Tuks für die nächsten 6 Stunden. Das kostete 18$, was sehr erschwinglich ist. Zuerst fuhren wir zum Ticketverkauf und holten uns alle die Dreitagekarte. Dann ging es wie Alex und ich es für uns geplant hatten zunächst einmal zu den Nebentempeln, der sogenannten großen Runde, welche wir einzeln abfuhren.

Schon der erste Tempel Preah Kahn war absolut beeindruckend, was die Größe und die Details der Tempelüberreste anbelangt. Hier wurde auch von Seiten der Restauration ganze Arbeit geleistet. Dass man sich absolut frei durch die Anlange bewegen konnte war wirklich ein einmaliges Erlebnis. Ein Vorteil der Nebentempel ist auch definitiv, dass es nicht ganz so viele Touristen gibt und man sich auf vieles besser konzentrieren kann. Witzig war es auch mit unserer Gruppe, da wir viele Fotostopps einlegten und einige lustige Bilder produzierten.

Der zweite Tempel war ein Wassertempel, welchen wir leider nicht in seiner vollen Pracht genießen konnten, da trotz Regenzeit noch nicht genug Wasser gefallen war um die einzelnen Gräben und Pools zu füllen. Spannender war da schon der nächste Tempel: Ta Som. Hier konnte man besonders beobachten, wie die Natur sich die Tempel zurückerobert.

Wir ließen uns auf jeden Fall sehr viel Zeit und alberten auch ein wenig rum. Daher war aber auch die Zeit schon fortgeschritten und ehrlich gesagt war das Tempelansehen bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit durchaus anstrengend. Deswegen übersprangen wir einen Tempel und fuhren direkt zum Pyramidentempel Pre Rup, welcher im Unterschied zu den anderen Tempeln recht hoch gebaut war. Wir kletterten die Stufen hinauf und kamen ein wenig aus der Puste oben an. Die Aussicht entschädigte uns dafür. Interessanterweise sah man keinen der anderen Tempel, was ein eindrucksvoller Beweis für die Stärke der Natur an diesem Ort ist, welche auch die einzelnen Stätten in Jahrzehnten völlig zudecken kann. So passiert, als es zu den politischen Wirren der 70er Jahre kam und sich keiner mehr für die Tempel interessierte.

Danach fuhren wir wieder zurück nach Siem Reap und trafen uns zum Abendessen mit den anderen. Dabei besprachen wir auch den Plan für Tag 2, an dem wir den Sonnenaufgang miterleben wollten.

Dazu mussten wir uns um 4.45 Uhr treffen, da man auch ungefähr eine halbe Stunde mit den Tuk Tuk zu den Anlagen benötigt. Unsere Gruppe war nochmal angewachsen, sodass wir zu acht als Entdecker loszogen. Für den Sonnenaufgang haben wir uns das Highlight ausgesucht, Angkor Wat. Gespannt saßen wir vor den Toren und warteten darauf, dass die Sonne langsam alles hell machen würde und über den beeindruckenden Mauern und Türmen aufgehen würde. Leider wurden wir ein wenig enttäuscht, denn es war zu bewölkt um von einem wirklich spektakulären Sonnenaufgang zu sprechen. Trotzdem war es ein sehr erhabener Moment.

Anschließend gingen wir über die Ersatzbrücke über den Wassergraben und durch die äußeren Mauern. Schon hier sah man wie riesig die Anlage war. Der Innenhof war sehr weitläufig und der zentrale Tempel wirkte trotzdem sehr mächtig. Wir erkundeten die nächste Stunde die einzelnen Bereiche und mussten dann leider wieder zurück zu unserem Fahrer, da wir einiges an Programm für den restlichen Tag hatten. Wir wussten aber, dass wir am dritten Tag nochmal her mussten, da es noch soviel mehr zu sehen gab.

Der nächste Halt war der Bayon Tempel, der Favorit von Alex. Dieser ist der zentrale Tempel der Angkor Thom Anlage und für seine mehr als 200 Gesichter, welche in die Mauern und Türme eingelassen sind, bekannt. Wir wanderten für eine Stunde durch die Anlage und es war ein wirklich einmaliges Gefühl überall diese Gesichter zu sehen.

Anschließend ging es noch zu einem etwas unspektakulären Pyramiden Tempel, welcher mir eigentlich nur wegen seiner steilen Stufen in Erinnerung geblieben ist. Die große Gruppe und das frühe Aufstehen führten noch mehr als am ersten Tag dazu, dass wir ein bisschen schleppend voran kamen und nicht mehr viel Zeit hatten. Außerdem mussten tatsächlich zwei unserer Mitstreiter am Nachmittag noch ein Flugzeug erwischen.

Der nächste Tempel war erneut ein Highlight. Als Tomb Raider Tempel bekannt heißt dieser eigentlich Ta Prohm. Jedoch wurden hier einige Szenen für den Action-Film gedreht, sodass der Name bei den Touristen hängen geblieben ist. Das besondere an diesem Tempel ist, dass er von den französischen Wissenschaftlern, welche die Tempel im 19. Jahrhundert wieder entdeckt haben und danach teilweise restaurierten, in seinem ursprünglichen Zustand belassen wurde, damit die Nachwelt sich eine Vorstellung machen konnte, wie die Tempel bei der erneuten Entdeckung aussahen. Daher wachsen hier besonders spektakuläre Bäume aus den Mauern, die Mauern sind schiefer als in den anderen Tempeln und es liegen viele eingestürzte Steine herum. Dadurch ist der Tempel aber sehr eng und es gibt aufgrund seiner Beliebtheit sehr viele Touristen. Bei uns fing es leider an zu regnen und so verkürzte sich unsere Besuchszeit auf eine halbe Stunde. Schade, hier hätte man noch mehr Zeit verbringen können.

Nach diesem Tempel hieß es auf Wiedersehen sagen, denn vier unserer neuen Freunde mussten sich auf den Weg in die Stadt machen. Alex, Mel, Jake und ich wollten aber noch die ganze Zeit ausnutzen und fuhren zu einem weiteren Tempel. Dabei regnete es immer stärker, sodass wir diesen sehr nass in Erinnerung behalten werden.

Zurück in Siem Reap entspannten wir uns noch ein wenig und besuchten Abends die Vorstellung eines ansässigen Zirkuses, welcher viel Akrobatik zeigte. Danach gingen wir noch auf die Pubstreet um den Abend ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag brauchten wir dann auch eine Pause und machten außer Organisation nicht viel.

Für unseren dritten Tag konnten wir uns leider nicht mit unseren Freunden auf ein gemeinsames Programm einigen. Diese wollten unbedingt nochmal versuchen einen schönen Sonnenaufgang zu erleben, uns war das sehr frühe Aufstehen und die geringe Chance auf Erfolg es aber nicht wert. Daher fuhren wir erst gegen 8 Uhr erneut zu Angkor Wat um mit genügend Zeit die einzelnen Details richtig zu erkunden. Zuerst stiegen wir auf den zentralen Turm der Anlage um das heiligste Heiligtum zu besichtigen. Der Aufstieg war sehr steil, aber die Architektur und Aussicht oben waren fantastisch. Anschließend gingen wir nochmal die drei Ebenen ab und sahen die einzelnen Gänge, Bögen und Skulpturen an. Zuletzt liefen wir noch die Reliefs, welche die äußere Seite des inneren Tempelkomplexes schmückten ab und bewunderten die feinen Details, welche jeweils eine andere Geschichte erzählten. Diese drei Stunden haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Blick auf den Tempel von Angkor Wat
Blick auf den Aufgang
Blick von der obersten Ebene auf den Aufgang
Zwischen den Mauern mit Blick auf die Bibliothek

Als letzten großen Punkt, der auf unserer Liste stand, waren noch die beiden Terrassen in Angkor Thom zu besuchen. Einmal die Elefanten Terrasse und einmal die Terrasse des Lepra Königs. Die Dichte an Tempeln in dieser Gegend führte dazu, dass wir dazwischen noch einen weiteren Tempel besichtigten, welcher eigentlich auf keiner Liste so wirklich stand, jedoch trotzdem sehr schön war. Damit hatten wir auch wieder unsere Tuk Tuk Zeit über die Runden gebracht und machten uns wieder auf den Weg in die Stadt.

Wir erholten uns kurz und versuchten noch unsere Yoga Freunde zu einem weiteren Besuch zum Sonnenuntergang zu überreden, aber diese waren vom frühen Aufstehen so geschafft, dass wir uns erst zum Abendessen treffen wollten. Alex und ich fuhren daher zu zweit nochmal zum Pre Rup Tempel, der Pyramide vom ersten Tag, und stiegen auf die Spitze um den magischen Sonnenuntergang zu bewundern. Natürlich waren wir nicht die einzigen. Der Teil der obersten Ebene, der in Richtung Westen zeigte, war überfüllt und wir waren froh noch einen Sitzplatz zu ergattern. Selbstverständlich gab es auch keinen guten Sonnenuntergang, weil es viel zu bewölkt war. Aber die Stille und Stimmung an diesem Ort machten den Moment trotzdem zu etwas ganz besonderem.

Unterwegs mit dem Tuk Tuk
Das war alles, was wir vom Sonnenuntergang sahen

Anschließend fuhren wir guter Stimmung zurück nach Siem Reap um uns mit den letzten zwei Retreat Mitstreitern zu einem finalen Abschiedsabendessen zu treffen. Früh am nächsten Tag ging unser Bus nach Don Det und damit nach Laos.