Hariharalaya Yoga und Meditationsretreat

Hariharalaya Yoga und Meditationsretreat

17. August 2019 0 Von Alex

Kurzfristig hatten wir uns entschieden einen 6-tägigen Retreat in der Nähe von Siem Reap zu machen. Nach all dem Reisen brauchten wir mal eine Pause für uns. Ohne irgendetwas zu tun, außer Yoga.

Bevor es los ging verbrachten wir noch zwei Nächte in Siem Reap. Die beiden Tage verbrachten wir entspannt, hauptsächlich am Pool und ab und zu schlenderten wir durch die Stadt .

In den Straßen Siem Reaps
Sonnenuntergang hinter dem Nachtmarkt

Um kurz vor 8 Uhr trafen wir unsere Gruppe. Eine sehr gemischte Gruppe verschiedenen Alters und aus unterschiedlichen Ländern. Wir waren gespannt.

Alle Teilnehmer inklusive Lehrern

Mit dem Tuk Tuk starteten wir Richtung Hariharalaya. Nach einer 40-minütigen Fahrt kamen wir im Dorf an. Das Zentrum selbst ist sehr schön angelegt, mit vielen Bäumen, die Schatten spenden, einem kleinen Pool, einer Fitnessecke, einem Spieleraum, einem Kreativraum, Hängematten überall, kleinen Bungalows und einem Haupthaus. 

Pool
Überall Hängematten und Plätze zum Sitzen
Peter im Eingangsbereich

Nach einer Begrüßung und Führung durch das Zentrum zogen wir in unsere Zimmer ein. Wir waren im Haupthaus mit einer schönen Veranda. Gleichzeitig hieß es das Handy in dem Safe zu verstauen und sämtliche elektronischen Geräte im Rucksack zu lassen. Die nächsten Tage war Detox angesagt. 

Danach startete schon das Yoga. Das Programm sah jeden Morgen um 7 Uhr und am Abend um 18 Uhr Yoga und Meditation vor. Ansonsten gab es vormittags und nachmittags optionale Workshops. Eine Uhr hatten wir übrigens nur im Haupthaus. Um nichts zu verpassen wurden wir immer 10 Minuten vorher mit einem Gong gerufen. So funktionierte übrigens auch das Wecken um 6.30 Uhr. 

Die Yogahalle

Das Yoga war sehr einfach gehalten, was wir gut fanden, da man nie das Gefühl hatte sich zu sehr anstrengen zu müssen um mithalten zu können. Die Meditation war… sagen wir mal schwierig. 30 Minuten lang musste man mit geradem Rücken still sitzen. Gar nicht so einfach, wenn man das lange Sitzen so gar nicht gewohnt ist und ebenfalls war es schwierig seine Gedanken wegzuschieben. Und noch schwieriger war das Ganze, wenn man müde war, der Körper zu schwanken anfing und man das Gefühl hatte gleich mit dem Kopf auf den Boden zu knallen. Vielleicht eine Übungssache, aber ich habe in der Zeit nicht in die Meditation hineingefunden. Bei Peter lief es etwas besser. 

Essen gab es immer um 9, 13 und 19 Uhr. Vor dem Essen stellten wir uns zusammen in einen Kreis und fanden noch einmal Ruhe, bevor wir mit dem Essen starteten. Das Essen war übrigens vegan und meistens sehr lecker. Nur mit gesalzenem Essen als Frühstück konnte ich mich doch nicht anfreunden… Genussmittel gab es auch keine, also kein Alkohol, kein Kaffee oder Schwarztee. Nur eine Bar gab es, an der man zusätzlich Smoothies, Eis und Kuchen kaufen konnte – natürlich auch vegan. Ich genoss besonders die Salate, da ich sonst von frischen Sachen absehe, da man nie weiß, mit welchem Wasser die Zutaten gewaschen werden. 

Wollte man am ersten Tag noch oft nach dem Handy greifen, sei es um die Uhrzeit oder etwas anderes nachzusehen, verschwand dieses Gefühl bereits am zweiten Tag. Es fühlte sich richtig gut an und man hatte tatsächlich mal Zeit nur für sich. Ich verbrachte viel Zeit in der Hängematte, mit lesen, nachdenken und Gesprächen mit anderen. Auch Peter und ich gingen in dieser Zeit öfter unterschiedliche Wege. Zum ersten Mal seit bestimmt 15 Jahren spielte ich mal wieder Tischtennis, was sehr gut klappte, aber meine Gegnerin war immer besser als ich. Spaß machte es dennoch!

Mein Lieblingsplatz in der Hängematte

Neben verschiedenen Yoga Workshops gab es Gesprächsrunden, ein Treffen mit Kühen, einen Icebucket (also 3 Minuten im Eiswasser sitzen) und eine Zeremonie mit Mönchen. Einer der Angestellten war ein ehemaliger Mönch und erzählte uns ein wenig aus seinem Leben. An einem Vormittag fuhren wir mit den Fahrrädern einmal durchs Dorf. Das war schon sehr interessant. Fotos von alldem gibt es nicht, da ja Handyverbot.

Am Abend gab es auch immer Programm: ein Filmabend, ein witziger Spieleabend, eine Tanzparty, eine Feuerzeremonie und ein traditioneller Tanzabend mit Liveband. Um spätestens 22 Uhr war aber Schluss, denn dann hieß es schweigen bis am nächsten Morgen um 9 Uhr. Dies war aber nicht das einzige Schweigen, denn am vierten Tag war bis um 19 Uhr schweigen angesagt. Ich stellte es mir schlimm vor, aber nein, es war ein Tag, den ich sehr genoss. Bei den Mahlzeiten war es zwar komisch nicht mit den anderen zu reden und auch mit Peter nicht zu reden war komisch, aber ansonsten hatte man wirklich Zeit für sich und konnte seinen Gedanken nachhängen. 

Wir zusammen mit unseren Yogalehrerinnen

Insgesamt war dieser Retreat eine sehr interessante Erfahrung. Ein bisschen zur Ruhe zu kommen hat uns sehr gut getan. Endlich hatten wir mal Zeit unsere Erlebnisse zu verarbeiten und noch einmal über diese Reise und über uns nachzudenken. Insbesondere der letzte Morgen, als wir alle noch einmal unsere Erfahrungen zusammen getragen haben, war sehr emotional. Und es hat gezeigt: jeder hat sein Päckchen zu tragen und für einige ist es auf diesem Retreat ein wenig leichter geworden. 

Namaste.