Melbourne

Melbourne

24. Juni 2019 0 Von Peter

Um es vorweg zu nehmen: Melbourne hat mich begeistert. In keiner der vielen Großstädte, die wir bisher besucht haben (nicht nur auf unserer bisherigen Weltreise, sondern überhaupt), könnte ich mir so sehr vorstellen wirklich zu wohnen und zu leben wie hier. Man muss das natürlich dahingehend unterscheiden, dass es viele Orte gibt, die super zum Urlaub machen, aber schlecht zum Leben und umgekehrt sind. Zum Beispiel muss eine Stadt, in der ich wohnen will, über ein richtiges Geschäftsviertel (im Englischen Central Business District – CBD) verfügen, um auch eine interessante Arbeitsumgebung bieten zu können. Das würde bei einem Urlaubsort fast schon stören 😀

Wie kamen wir überhaupt nach Melbourne? Nach Hawaii wollten wir eigentlich direkt in Neuseeland durchstarten. Es gab aber keine billigen Flüge, die direkt nach Auckland flogen, sondern nur mit Zwischenstopp in Melbourne. Warum also nicht einfach dortbleiben? Schont die Umwelt und den Geldbeutel. Außerdem kann man dann auch gleich eine der besten Städte mitnehmen.

Von Alex Freundin Viki bekamen wir den Tipp in St. Kilda, einem Hipsterviertel an der Küste, zu übernachten. Daher holten wir uns ein schönes AirBnB Zimmer und genossen die Abende in der szenigen Umgebung. Solche Viertel haben an sich schon eine Art zu begeistern. Schon allein dort durch zu laufen mit den Einwohnern, den kleinen Läden und dem Ambiente allgemein macht viel Spaß.

Leider liegt St. Kilda ein wenig außerhalb der Innenstadt, weswegen wir immer mit der Straßenbahn reinfahren mussten, was dann natürlich Zeit kostet. Andererseits sieht man dann auch was von der Stadt. Am ersten Tag stiegen wir direkt außerhalb der Innenstadt am Rande eines riesigen Parks aus, in dem ein großes Gebäude stand, welches alle Bäume überragte. Natürlich hatten wir uns erstmal nicht informiert was dies eigentlich ist, sondern sind direkt rein, da es einfach interessant aussah. Und es war auch wirklich interessant und fesselnd, da es das War Memorial war, welches an die Kriege erinnert, an denen Australien beteiligt gewesen war. Insbesondere der erste Weltkrieg ist hier sehr stark in Erinnerung geblieben, an welchem Australien aufgrund der Zugehörigkeit zum britischen Empire teilnehmen musste, obwohl dieser wortwörtlich am anderen Ende der Welt stattfand. Und hier ist ganz besonders die Schlacht um Gallipoli in Erinnerung gewesen, die Erstürmung eines Hügels in der Türkei. Alles war wirklich sehr gut dargestellt, insbesondere da es sich um ein Gratis Museum handelte.

Dann mussten wir uns aber beeilen, da wir um 15 Uhr an der Freewalking Tour teilnehmen wollten. Bisher hatten wir schon wirklich gute Erfahrungen mit diesen Touren gemacht, also war es für uns klar, dass wir in Melbourne auch an einer teilnehmen. Trotzdem reichte die Zeit noch für einen kleinen Fotostopp am Alexandra Park.

Die Freewalking Tour war wirklich sehr gut. Denn man erfährt nicht nur viel über Melbourne, sondern auch über Australien und die Geschichte.

Old Melbourne Gaol – der Platz vor dem ehemaligen Gefängnis

Das Gebäude der ersten Weltausstellung 1880, heute das Melbourne Museum

Royal Arcade – eine sehr schöne Einkaufsmall

Roller in einer der Laneways

Flinders Street Bahnhof

Blick auf die Skyline

Blick auf die Skyline

Abends gingen wir noch in St Kilda an den Pier, da es dort Pinguine zu sehen gab. Angeblich kamen diese heraus sobald die Sonne unterging, aber wie so oft stimmte das nicht genau. Nach ungefähr einer einstündigen Wartezeit ließen sich die Kleinen dann doch blicken und wir konnten einige von ihnen am Strand und zwischen den Steinen sehen.

Am nächsten Morgen wollten wir den sportlichen Vibe aus Hawaii nicht wieder sterben lassen, also sind wir als erstes früh raus und mit dem Sonnenaufgang zum Joggen ans Meer gegangen. Was für ein Start in den Tag. Voller Energie sind wir in die Stadt und haben uns als erstes den botanischen Garten angesehen. Auch ein Park mitten in der Stadt, aber mit vielen verschiedenen Pflanzen und Erläuterungen, super schön angelegt und herrlich zum Erkunden. Eine richtige Ruheoase.

Anschließend sind wir in die State Library of Victoria gegangen, welche wirklich außerordentlich schön ist. Abends haben wir den Selbstversoger gemacht, denn so schön diese Stadt auch ist, so teuer ist alles hier im Vergleich zu Südamerika.

Am nächsten Morgen sind wir wieder sportlich gestartet. Am Strand und mit Aussicht aufs Meer ist es auch einfach sich ein wenig zu betätigen. Wir hatten aber auch einiges vor an diesem Tag. Es sollte auf den „größten Markt der südlichen Hemisphäre“ gehen, was man aber nicht so ernst nehmen sollte, da die südliche Hemisphäre einfach viel kleiner ist als die Nördliche. Andererseits konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass der größte Markt nicht in Südamerika liegen sollte, also war ich doch gespannt. Und tatsächlich wurde hier sehr viel Essen und Zeug angeboten. Ich war auch kurz davor meinen Traum zu verwirklichen und als Crocodile Dundee weiterzuleben und mir dazu die richtige Kleidung zusammen zu kaufen. Alex konnte mich aber nochmal überzeugen, dass dies vielleicht keine so gute Idee ist.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit einige der Straßen, die wir bereits bei der Freewalkingtour gesehen haben, zu besuchen und das Feeling der Stadt einzusaugen. Abends sind wir in den Luna Park Achterbahn fahren gegangen. Es handelt sich um die älteste Achterbahn und das konnte man auch sehen.

Am letzten Tag besuchten wir die National Gallery. Hier konnte man erneut für lau einige sehr schöne Kunstwerke ansehen und vor allem die tolle Architektur des Gebäudes bestaunen. Den Rest des Tages liefen wir noch am Ufer des Flusses entlang und durch die Stadt. Insbesondere schauten wir uns noch ein paar der versteckten Laneways an. Am Abend ging dann unser Flug ins nächste Abenteuer.