Hawaii – Maui

Hawaii – Maui

23. Juni 2019 0 Von Alex

Der Morgen startete stressig, da ich den Wecker eine Stunde zu spät gestellt hatte. Wir hatten etwa 20 Minuten Zeit um uns anzuziehen und zu packen. Das Frühstück mussten wir einpacken, wobei wir natürlich unsere Milch für das Müsli im Kühlschrank vergaßen. Mit nur einer kurzen Verspätung fuhren wir los und kamen schon sehr schnell in die Rush Hour. Wir hatten zwar ohnehin etwas mehr Zeit eingeplant, da wir wussten, dass Rush Hour sein wird, aber der Verkehr war dann doch dichter als gedacht. Irgendwann mussten wir uns entscheiden, ob wir die Car Pool Lane (mindestens zwei Leute in einem Auto) nehmen oder nicht. Da diese Spur bis zum Flughafen durchging und wir dachten, dass sicherlich mehr Leute allein unterwegs sind, entschieden wir uns für die Car Pool Lane. Angekommen auf dieser Spur ging es auch nur langsam voran. Und nach kurzer Zeit düsten alle Autos auf der rechten Seite an uns vorbei. Mhm, hatten wir doch die falsche Spur gewählt? Irgendwann ging es aber doch auch bei uns voran und wir waren doch noch gut in der Zeit (auch wenn es uns zwischendrin schon Nerven gekostet hatte, da wir es aus den USA kennen, dass manchmal auch gar nichts mehr geht und man ewig im Stau steht). Dann noch schnell das Auto vollgetankt und ab zur Autovermietung. Das dauerte nur eine Minute, das Shuttle kam auch wenige Minuten später und so kamen wir doch noch pünktlich am Flughafen an. Der Flug selbst war dann recht kurz. Nachdem wir oben waren ging es auch schon wieder in den Landeanflug. Dennoch servierten sie auf diesem 20-minütigen Flug auch noch Getränke. Warum zwischen den hawaiianischen Inseln keine Fährverbindung angeboten wird, erschließt sich uns nicht.

Auf Maui angekommen holten wir unseren Mietwagen ab und bekamen den Tipp von der netten Dame, dass wir nach Lahaina fahren könnten bevor wir am Nachmittag unser Airbnb beziehen konnten. Gesagt, getan. Lahaina ist ein touristischer netter Ort, in dem man shoppen, essen und Boot fahren kann. Wir buchten auch direkt eine Whale Watching Tour für den übernächsten Tag und aßen dort zu Mittag. In der Stadtmitte steht ein riesiger Baum, der auch um den Stamm herum Wurzeln geschlagen hat und so ein riesiges Ausmaß hat. Ziemlich beeindruckend.

Auf der Rückfahrt hielten wir an einem Aussichtspunkt an und konnten von dort aus Wale beobachten. Wir hatten Glück und waren in der Walsaison dort. Die Wale ziehen an Hawaii vorbei und als wir dort waren, waren gerade sehr sehr viele Wale unterwegs. Man musste also gar nicht lange schauen und schon hatte man Wale gesehen.

Da sieht man die Schwanzflosse von einem Wal

Schließlich machten wir uns aber doch auf den Weg zu unserem Airbnb. Dies lag etwas im Inneren der Insel. Wir fuhren und die Straßen wurden immer schmaler. Allmählich kamen wir in den Dschungel. Und tatsächlich. Das Airbnb lag mitten im Dschungel. Und was für ein Haus war das! Peter und ich staunten nicht schlecht. So ein tolles Haus sieht man selten. Unser Zimmer war auch groß und nett eingerichtet. Wir fühlten uns direkt wohl. Der Hausherr Terry erzählte uns in den nächsten Tagen immer spannende Geschichten von Hawaii und seinem Leben, wobei wir doch auch zweifelten, was an diesen Geschichten wohl wahr war. Wir vermuten, dass die Familie ein Airbnb anbietet, um Terry ein wenig zu unterhalten. Es sah jedenfalls nicht so aus, als hätte die Familie das Geld nötig.

Kochen in unserem Airbnb

Blick aus unserem Fenster direkt in den Dschungel

Am nächsten Morgen schüttete es. Wir beschlossen aber trotzdem loszufahren. Als erstes ging es zum Iao Valley State Monument. Dort mussten wir zunächst 10 Minuten im Auto warten um nicht in den prasselnden Regen zu kommen. Wir liefen ein paar Meter und es fing wieder an, wie aus Eimern zu schütten. Also stellten wir uns unter und nach einer weiteren Viertelstunde konnten wir loslaufen. Zum Glück hörte es dann (fast) auf zu regnen und wir liefen ein wenig herum.

Gegen Mittag kam die Sonne wieder heraus und wir fuhren zu einem Schildkrötenstrand. Diesmal hatten wir Glück und am Strand und im Wasser tummelten sich viele Schildkröten. Das war super schön und ein tolles Erlebnis.

Im Anschluss wollten wir zu einem Spot, an dem man riesige Wellen sehen kann. Da wir bereits gelesen hatten, dass man dort nur mit einem 4×4 Wagen hinfahren kann, haben wir unser Auto abgestellt und sind gelaufen. Auf dem Weg sahen wir sehr viele ausgebrannte Autos. Wir waren darüber sehr schockiert und verwundert, da wir ja immerhin nicht mehr in Südamerika waren (wo wir sowas nicht gesehen haben), sondern auf Hawaii, das zu den USA gehört. Ausgebrannte Autos gehören aber wie herumlaufende Hühner irgendwie zu Hawaii dazu. Vorne angekommen waren wir enttäuscht, denn es gab leider keine meterhohen Wellen. Wie uns unsere Hosts später erzählten gibt es dieses riesigen Wellen wohl auch nur sehr selten. Auf dem Rückweg nahm uns dankbarerweise ein Pärchen, die einen Geländewagen hatten, mit, denn der Weg war jetzt nicht so spannend, als dass man ihn zweimal hätte laufen müssen.

Mal wieder im Regen schauten wir uns noch einen Wasserfall an. Der obere Teil war leider wegen der vielen Regenfälle gesperrt.

Schließlich fuhren wir noch einmal so weit nach Süden, dass wir den Sonnenuntergang anschauen konnten. Während wir auf den Sonnenuntergang warteten, konnten wir einen Wal dabei beobachten, wie er scheinbar viel Spaß dabei hatte immer wieder aus dem Meer zu springen.

Am nächsten Morgen wechselten sich Sonne und Regen ab. So viele Regenbögen wie auf Maui habe ich in so kurzer Zeit wohl noch nie gesehen.

An diesem Tag stand das Whale Watching an und wir hatten tatsächlich Glück: als wir dort ankamen schien die Sonne. Auf dem Wasser hatten wir dann nicht so viel Glück. Wir sahen zwar ein paar Wale, aber so nah, wie wir sie uns erhofft hatten, waren sie leider nicht. Dennoch ein tolles Erlebnis.

Am Nachmittag wollten wir an den Strand. Nachdem wir dort 10 Minuten lagen passierte was? Es fing an zu regnen. Wir stürmten zum Auto zurück und warten zunächst. Es hörte wieder auf. Also beschlossen wir zumindest noch ein wenig an der Küste langzuwandern. Natürlich fing es auf dem Weg auch wieder an zu regnen und wir kamen pitschnass am Auto an.

Auf dem Rückweg hielten wir noch einmal an und sahen wieder Wale. Dieses Mal ziemlich nah und die Wale waren sehr aktiv. So schaute immer mal eine Flosse raus und sie sprangen auch öfter aus dem Wasser. So hatten wir noch einmal unser persönliches Whale Watching Erlebnis bekommen. Und die Sonne kam zum Sonnenuntergang auch noch raus.

Am nächsten Tag wollten wir die Road to Hana fahren. Laut dem Internet eines der Highlights von Maui. Hana ist ein kleiner Ort im Südosten der Insel und es führt ein sehr kurvenreicher Weg dorthin. An sich ist die Strecke gar nicht so weit, aber dank der vielen Kurven und One Lane Bridges (wo man den Gegenverkehr durchlassen muss) zieht sich die Fahrt dann doch. Bei nassen Straßen aber immerhin keinem Regen starteten wir. Und ja, der Weg war irgendwie aufregend. Schon bald kamen wir am ersten Wanderweg an. Wir liefen ein wenig durch den Schlamm, aber so was richtig Aufregendes gab es dorr nicht. Die nächste Bucht, die wir anfuhren, war da schon schöner. Ein kurzer Fußmarsch führte uns zu einem Café, das für sein Bananenbrot bekannt ist. Ein solches kauften wir auch und es war wirklich sehr lecker. Auf dem Rückweg zum Auto fing es an zu regnen und sollte auch den restlichen Tag mehr oder weniger nicht mehr aufhören.

Wir fuhren die Road to Hana weiter, vorbei an unzähligen Wasserfällen, aber der Weg im Regen war einfach nicht schön. Man konnte nur erahnen, welche Schönheit die Küste bei gutem Wetter bieten würde. Dennoch fuhren wir weiter, denn wir wollten noch zum Haleakala Nationalpark, noch immer in der Hoffnung auf besseres Wetter.

Tatsächlich klarte es ein wenig auf und motiviert stapften wir mit unseren Wanderschuhen zum Oheo Gulch, wo das Wasser über Terrassen hinunterfliest. Bei gutem Wetter kann man in diesen Pools auch baden. Ein paar Fotos konnten wir machen, bevor es anfing zu tröpfeln. Ich zog vorsichtshalber schon mal meine Regenjacke an. Und dann dauerte es nur 30 Sekunden und die Regenjacke war komplett durchnässt. Es schüttete plötzlich wie aus Eimern und zusätzlich kam Wind vom Meer, was dazu führte, dass der Regen nicht nur von oben, sondern auch von der Seite kam und man komplett nass wurde.

Nun waren wir aber ohnehin schon nass, dann konnten wir ja auch noch die Wanderung zu den Wasserfällen machen. Immerhin hatten wir ja noch trockene Füße und fühlten uns wesentlich besser ausgerüstet als so manch anderer, der uns auf dem Trail begegnete. Nach einer nicht allzu langen Wanderung kamen wir an den Makahiku Falls an. Das Wasser toste dort hinunter.

Wir wollten nicht aufgeben und gingen weiter bis zu den Waimoku Falls. Der Weg führte irgendwann durch einen Bambuswald. Wie beeindruckend das war. Wenn die Sonne hindurchscheint bestimmt noch besser. Bei uns regnete es.

Nach fast 3 Stunden kamen wir bei den Wasserfällen an. Und ja, die waren wirklich beeindruckend. So einen hohen Wasserfall hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Leider regnete es noch immer ziemlich und nach kurzer Zeit machten wir uns auf den Rückweg.

Mittlerweile war der Regen auch in die Schuhe eingedrungen und das Wasser stand quasi in den Schuhen. Na gut, jetzt musste man also auch nicht mehr versuchen die riesigen Pfützen zu umrunden, sondern konnte einfach hineinstapfen. Irgendwie kam dann ein Gefühl der Kindheit auf, in der man es geliebt hat in Pfützen zu hüpfen. Jetzt konnten wir es auch machen. Fast am Ende des Weges lies der Regen nach. Trocken wurden wir trotzdem nicht mehr. Am Parkplatz schütteten wir erst einmal unsere Schuhe aus und fringten die Socken aus. Eine wirklich tolle Wanderung. Schade, dass wir so Pech mit dem Wetter hatten.

Am nächsten Tag wollten wir auf Nummer sicher gehen und fuhren zu dem Teil der Insel, wo es nicht viel regnen soll. Und tatsächlich: als wir dort ankamen strömten die Leute zum Strand. Der Strand war sehr schön. Wir wollten allerdings zunächst auf einen kleinen Vulkan hoch. Im Internet stand, dass dies eine kurze einfache Wanderung sei. Dort angekommen erschloss sich für uns aber nicht, wo genau der Weg lang gehen soll. Es gab mehrere kleine Pfade und wir folgten einfach einem, der uns logisch erschien. Nach einiger Zeit kamen wir auch oben an. Die Aussicht war sehr schön… wenn da nicht schon wieder dieser Regen gewesen wäre. Immerhin klarte es auf dem Weg nach unten auf.

Unten angekommen war es so warm, dass wir beschlossen an den Strand zu gehen und unsere Mittagspause hier zu verbringen. Verschwitzt und ausgerüstet gingen wir an den Strand. Und tatsächlich, die Sonne schien. Dies war nur leider nicht von langer Dauer. Denn dann fing es wieder an zu regnen. Wir fuhren also weiter. Am nächsten Strand hatten wir dann wieder Sonnenschein.

Allzu lang wollten wir aber nicht bleiben, denn wir wollten noch auf den Haleakala. Der Haleakala ist ein Vulkan, der den Großteil des südwestlichen Teils von Maui bestimmt und über 3.000 Meter hoch ist. Ein bisschen skeptisch waren wir ja, ob man überhaupt den Sonnenuntergang sehen würde, aber da der Vulkan ja so hoch ist, dachten wir, dass wir zumindest über den Wolken sein werden. Auf Fotos hatten wir gesehen, dass das auch ganz schön aussieht.

Die Ernüchterung kam aber spätestens als wir oben ankamen. Wir sahen nämlich genau nichts. Außer Wolken und Nebel natürlich. Nach einem kurzen Spaziergang am Krater entlang, in den man natürlich nicht rein schauen konnte, fuhren wir frustriert wieder runter. Allmählich waren wir wirklich völlig von diesem schlechten Wetter genervt.

Am nächsten Tag hieß es dann Abschied von unserem Airbnb zu nehmen. Wir hatten aber noch den ganzen Tag Zeit, da unser Flug erst abends um 11 Uhr ging. Bei unserem Airbnb regnete es mal wieder. Wir beschlossen also zu dem Teil der Insel zu fahren, wo es am wenigsten regnet. Mittlerweile hatte es so viel geregnet, dass die Straßen überflutet waren. Und es hörte nicht auf zu regnen. Wir gingen einkaufen und tranken Kaffee. Es regnete noch immer. Gegen Nachmittag hörte es mal auf zu regnen, aber wir machten nichts nennenswertes mehr. Beim Sonnenuntergang zeigte sich die Sonne ein letztes Mal in einem schmalen Streifen. Abends brachten wir unseren Mietwagen zurück und verbrachten noch ein bisschen Zeit am Flughafen bevor es nach Oahu zurück ging.

Maui konnte aufgrund des schlechten Wetters leider nicht unser Herz erobern. Das nächste Mal würden wir uns wohl für eine andere Insel entscheiden.