Santa Marta

Santa Marta

19. April 2019 0 Von Alex

Am 31. Dezember kamen wir gegen Mittag mit dem Bus in Santa Marta an, dem Ort an dem wir Silvester feiern wollten, da es leider in Cartagena nicht hat sein sollen. Als erstes bezogen wir unser Hostelzimmer. Hier hatten wir wieder einmal Glück und hatten ein sehr schönes Hostel erwischt, mit Pool und Dachterrasse und jeder Menge Platz zum sitzen und entspannen. So kann der Neujahrskater kommen. Einen Plan für abends hatten wir zwar noch nicht so richtig, aber bei der üblichen südamerikanischen Stimmung hatten wir keine Sorge, dass es ein aufregender Abend wird.

Wir gingen erst einmal ein bisschen durch die Straßen bummeln und eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Unser Eindruck: nicht annähernd so schön wie Cartagena, der Perle der Karibik, aber mit Potenzial für den Abend. Daher galt: geben wir der Stadt doch erst einmal eine Chance. Da wir nicht weit vom Meer entfernt wohnten, schauten wir uns natürlich den Sonnenuntergang an, bevor wir uns für den Abend vorbereiteten.

Schick anziehen war bei unserer Backpacker Ausstattung nicht möglich, aber durch das schwül warme Karibikwetter und die dazugehörige Beach Stimmung auch nicht notwendig. Zunächst nahmen wir einen Drink an der Hostelbar.

Abends suchten wir uns dann ein Restaurant. Es war einiges los, da auch die Einwohner von Kolumbien frei hatten und alle Städte an der Küste besetzten. Viele Restaurants waren schon voll, schließlich fanden wir aber doch ein nettes und schickes Restaurant mit einer witzigen Silvester Deko. Hier fühlten wir uns sofort wohl und richtig für den restlichen Abend eingestimmt. Wir bestellten uns zunächst einen Drink und anschließend hatten wir super leckeres Essen. Ein richtiger Glücksgriff!

Nach dem Essen war es schon kurz nach 23 Uhr, deshalb gingen wir an den Strand. Dort hatten sich schon viele Leute, Einheimische und Touristen, versammelt. Wir warteten gespannt bis 12 Uhr und es passierte – nichts. Es gab tatsächlich gar kein Feuerwerk. Wir waren sehr enttäuscht, da es sogar an Weihnachten ein Spektakel am Himmel gab. Um das Jahr 2019 trotzdem gebührend zu begrüßen, gingen wir anschließend in eine Bar in der lebhaften Innenstadt und feierten bis weit nach Mitternacht.

Warten auf Mitternacht am Strand

Den nächsten Tag verbrachten wir angemessen im Bett und erholten uns und schafften es tatsächlich erst zum Sonnenuntergang nach draußen.

Santa Marta hatte leider tatsächlich nichts Nennenswertes zu bieten (außer Sonnenuntergängen und Bars und Restaurants). Da wir aber nicht wussten, wohin es weiter gehen sollte und wir beide das erste Mal auf unserer Reise ziemliche Magenprobleme hatten, zogen wir noch einmal in ein nicht ganz so schönes Hostel. Denn auf jeden Fall wollten wir noch in den Tayrona Nationalpark.

Nachdem die Magenprobleme abgeklungen waren, stiegen wir ein paar Tage später also motiviert in den völlig überfüllten und heißen Bus und fuhren zwei Stunden zum Tayrona Park. Dort angekommen sahen wir eine riesige Schlange. Naja, dann hieß es wohl erst einmal anstellen. Nach kurzer Zeit kam jemand auf uns zu und teilte uns mit, dass es für den heutigen Tag keine Eintrittskarten mehr geben würde. Die Leute in der Schlange würden für Tickets für den nächsten und übernachten Tag anstehen. Mhm, ja blöd. Wir überlegten, was wir nun machen sollten. Da wir am nächsten Tag unser Hostel wieder verlassen würden, lohnte sich ein Ticket für den nächsten Tag nicht. Wir entschieden uns also dagegen, hier und jetzt ein Ticket zu kaufen. Nach ein bisschen rumüberlegen, ob wir nun unverrichteter Dinge wieder zurückfahren sollten, sahen wir, dass der Bus nach Palomino weiter fährt. Mir fiel ein, dass ich diesen Ort schon mal gehört hatte. Manchmal ist dieses Instagram doch gar nicht so schlecht, denn ich erinnerte mich, dass Hanno und Malte dort zum Tubing waren. Und in unserem Reiseführer, den ich glücklicherweise abfotografierte hatte, stand dieser Ort auch drin. Palomino konnte also gar nicht so schlecht sein. Also ab in den nächsten Bus – naja, nicht ganz, der erste war nämlich auch überfüllt. Eine Stunde später waren wir aber schließlich in Palomino.

Bereits auf der Busfahrt sahen wir einige Leute auf den diversen Flüssen die ins Meer münden gemütlich in einem Reifen sitzen. Tubing. Das wollten wir auch machen. Aus dem Bus ausgestiegen, wurden wir auch direkt angesprochen. Die Kolumbianer sind nämlich auch ein sehr geschäftstüchtiges Volk. Einer sprach sogar Englisch. Wir verhandelten ein bisschen und schon sollte es 5 Minuten später losgehen. Badesachen hatten wir zum Glück dabei. Leider hatten wir uns nicht ganz ausreichend informiert, wie das Ganze ablief. Die erste Überraschung war nämlich, dass wir inklusive unseres Reifens (dieser ist ca 1,2m im Durchmesser und aus robustem Gummi) auf ein Motorrad steigen mussten. Ich hasse Roller und Motorräder. Nach ein paar „nein“, erkannte ich, dass mir wohl nichts anderes übrigblieb. Ich klammerte mich also links an meinem Reifen fest und mit der rechten Hand fest an meinem Fahrer. Ich dachte ich muss sterben auf der Fahrt. Über eine holprige Straße ging es auf und nieder. Und dann fuhr er auch noch dem Motorrad vor uns mit Peter so nah auf. Plötzlich passierte es. Bei Peters Motorrad blockierte der Ständer und sie mussten abrupt anhalten. Wir wichen nach links aus und ich sah nur noch Reifen rollen. Mein Herz blieb stehen. Oder klopfte ununterbrochen. Ich musste so verstört gewesen sein, dass ich meinem Fahrer auf die Frage, ob es mir gut gehen würde, erst beim dritten Mal antwortete. Es war zum Glück alles gut gegangen. Peter und ich sammelten unsere verlorenen Reifen ein und die Fahrt ging weiter. Zum Glück nur noch kurz. Abgestiegen vom Motorrad zitterten meine Knie und die Füße waren geschwitzt. Erst einmal durchatmen.

Aber es gab nur eine kurze Pause. Wir waren nämlich noch gar nicht angekommen, sondern mussten noch laufen. Zusammen mit drei Kolumbianern ging es durch den Dschungel. Eine von ihnen konnte englisch und wir redeten ein wenig. Nach etwa 10 Minuten fragten wir uns, warum wir eigentlich noch nicht da waren und wie weit es eigentlich noch ist. Unser Guide erklärte, dass der Weg etwa 30 bis 40 Minuten dauert. Puh, das bei über 30 Grad und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Der Schweiß lief. Und wir waren mit Flip Flops unterwegs, was bei den steilen Bergen auch nicht immer gerade einfach war. Schließlich kamen wir aber doch am Fluss an und die geschäftstüchtigen Kolumbianer verkauften natürlich Bier. Hier konnte Peter jedoch noch widerstehen, schließlich musste man erstmal sehen wie es sich so auf dem Fluss anfühlt.

Durch den Dschungel mussten wir unsere Reifen tragen

Wir bestiegen die Reifen und ab ging es. Zu fünft hingen wir hintereinander in den Reifen und trieben langsam den Fluss hinunter. War das entspannend! Und rechts und links war Dschungel. Natürlich hielt die Fünferkette nicht die ganze Zeit. Ab und zu ist mal jemand abgerissen und wir mussten uns gegenseitig wieder einsammeln. Oder eben unser Guide. Wir blieben meist bequem im Reifen liegen. Mit den Kolumbianern hatten wir viel Spaß. Die sind ein Völkchen, die für jeden Spaß zu haben sind und bei dem, was sie machen, einfach gute Laune haben und verbreiten. Das haben wir auch später immer wieder festgestellt.

Und da ich bereits von den geschäftstüchtigen Kolumbianern sprach, gab es natürlich auf dem Weg auch eine Hütte, in der Getränke und Snacks verkauft wurden. Also raus aus dem Reifen und erst mal ein kühles Getränk. Peter nahm zusätzlich noch ein Bad, da es tatsächlich ziemlich heiß war.

Nach etwa 2 ½ Stunden auf dem Fluss kamen wir am Ende dort an, wo der Fluss ins Meer mündet und aßen noch mit den Kolumbianern zu Mittag. Wir hatten einen fantastischen Fisch direkt aus dem Meer. Wahrscheinlich der Beste in ganz Südamerika.

Seeehr leckerer Fisch

Hier endete das Tubing-Erlebnis

Der restliche Tag verflog und wir machten uns auf den Weg zurück zur Bushaltestelle. Der Weg führte uns am Strand entlang und durch das kleine Örtchen. Beides gefiel uns sehr gut und wir waren etwas traurig, dass wir hier nicht länger bleiben konnten. Die Busfahrt war dann seeehr langwierig. Wir gerieten in einen Stau und kamen erst sehr spät wieder in Santa Marta an. Dennoch ein sehr schöner und witziger Tag!

Am nächsten Morgen verließen wir Santa Marta und es ging weiter nach Taganga, das nur eine kurze Taxifahrt entfernt war.