Valparaíso

Valparaíso

14. Dezember 2018 0 Von Alex

Tag 46

Nach einer kurzweiligen Busfahrt kamen wir in Valparaíso an. Da unser Hostel doch etwas weiter vom Busbahnhof weg lag und es sehr warm war, entschieden wir uns (mal wieder) für ein Uber. Im Hostel angekommen kam zunächst die Ernüchterung. Das Hostel hatte zwar eine recht passable Lage, aber die Unterkunft selbst war eine Katastrophe. Und wir hatten hier auch noch 4 Nächte gebucht, da uns jeder zuvor gesagt hatte, wir sollten schnell aus Santiago raus und nach Valparaíso. Unser Zimmer war sehr klein, hatte keine wirklichen Ablageflächen und auch im Bad gab es keinerlei Haken oder ähnliches. Das allein wäre aber ja nicht schlimm. Das Schlimme war, dass unser Zimmer zwar ein Fenster hatte, dieses aber nicht nach draußen ging, sondern lediglich in den Flur. Draußen war also all die Tage schönstes Wetter, wir selbst aber haben davon nichts mitbekommen. Hinzu kam ein widerlicher Gestank aus dem Bad, der vermutlich aus den Abwasserrohren stammte. Auch die Dusche hatte schon mal bessere Zeiten gesehen und das erste Mal auf unserer Reise benutzte ich Flip Flops zum duschen. Auch der Gemeinschaftsraum (Gemeinschaft ist gut, 3 Tage waren wir nämlich die einzigen Gäste) hatte kein Fenster, geschweige denn die Küche, die zudem winzig war. Eigentlich hatten wir geplant, endlich mal wieder selbst zu kochen. Für mich stand aber sofort fest: dann lieber außerhalb günstig essen. Einen gemütlichen Abend konnte man hier nicht verbringen.

Aber wir wollten uns die Stimmung ja nicht verderben lassen und die Stadt, von der alle so schwärmen, erkunden. Da es bereits Nachmittag war, entschieden wir uns dagegen auf die Hügel zu gehen, sondern erst einmal die Ebene zu erkunden. Es war allerdings Samstag, die Geschäfte hatten bereits zu und manche Straßen waren ausgestorben und irgendwie gruselig. Schnell drehten wir um und gingen in die andere Richtung. Hier bot sich ein ganz anderes Bild. Die Straßen waren belebt, es wurde getanzt, überall auf der Straße wurde etwas verkauft. Wir gönnten uns erst einmal einen frischen Saft (die gibt es in Südamerika fast überall). Anschließend suchten wir uns ein Café, in dem es Schwarzwälder Kirschtorte gab, damit wir unsere Reisechallenge, esse ein Stück Schwarzwälder Kirsch in Chile, erfüllen konnten. Nach einigem Suchen fanden wir ein Café, das auch Schwarzwälder Kirsch verkaufte. Neben der Schwarzwälder Kirsch gab es noch ein Stück Schokoladenkuchen gefüllt mit Dulce de Leche. Lecker. In der Summe war es dann aber doch ein bisschen zu viel des Guten und wir fühlten uns ziemlich voll.

Wir gingen noch ein wenig durch die Straßen und ließen uns treiben. Überall gab es Stände mit Essen, Weihnachtssachen und andere Dinge. Das skurrile Treiben in den chilenischen Innenstädten kann man stundenlang beobachten.

Am Abend gingen wir noch Essen. Wir suchten etwas günstiges, fanden dies auch und bekamen riesige Portionen für kleines Geld in einer netten Atmosphäre. Ich war zu müde um auch noch das Nachtleben mitzunehmen. Machte aber nichts. In unserem Hostel hörte es sich so an, als ob die Party bei uns stattfindet. Bis in die Morgenstunden gab es laute Musik von der Nachbarschaft, was vor allem für Peter eine schlaflose Nacht bedeutete.

Tag 47

Nach dem selbst zubereiteten Frühstück machten wir uns auf in die Hügel, denn hauptsächlich von diesen wird geschwärmt. Wir nahmen einen der noch funktionierenden Aufzüge, der praktischerweise fast gegenüber von unserem Hostel war, und schon waren wir mitten drin in den Hügeln. Dort liefen wir ein bisschen planlos umher und schauten uns vor allem all die Graffitis an den Hauswänden an. Valparaíso wird auch die bunte Stadt genannt, was wir durchaus bestätigen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Nachmittag gingen wir dann mal wieder zur Free Walking Tour, um etwas mehr über die Stadt zu erfahren. Die Tour fand hauptsächlich in den Hügeln statt und wir sahen auch einige Orte, die wir am Vormittag schon gesehen hatten. Jetzt erfuhren wir aber auch die Hintergründe der einzelnen Gebäude und insbesondere der Streetart. Durch einige Gassen wären wir selbst wohl nicht hindurchgekommen, da wir sie gar nicht gefunden hätten. In so einer Gruppe fühlt man sich zudem doch ein bisschen wohler. Für uns wieder einmal eine gute Erfahrung.

 

Nach der Tour entschieden wir uns noch zu einem Aussichtspunkt zu gehen, von dem man einen tollen Blick über den Hafen haben sollte. Da nun Sonntag war, war der erste Abschnitt wieder sehr merkwürdig, aber schon bald kamen uns einige Touristen entgegen und wir fühlten uns wieder wohl. Oben angekommen (man musste steil hinauf, was meine Knie nach dem W-Trek noch immer nicht so gut fanden), bot sich ein toller Blick über den Hafen und die Stadt.

Um noch etwas von der Sonne zu haben, gingen wir zu einem Hügel in der Nähe unseres Hostels und genossen den Sonnenuntergang bei einem Drink in einer Bar.

Tag 48

Am Vormittag starteten wir Richtung Hafen, um dort eine Hafenrundfahrt zu machen. Entgegen unserer Erwartungen, hielten sich dort aber gar keine Touristen auf und die Tour sollte erst starten, wenn mindestens 10 Leute zusammen kommen. Schließlich wurde uns aber eine Tour zu zweit angeboten. Wir zahlten etwas mehr, konnten dafür aber sofort starten. Zunächst fuhren wir an einigen Seelöwen vorbei. Einen konnten wir dann auch direkt neben unserem Boot beobachten. Der chillte zunächst in der Sonne und als wir kamen, richtete er sich extra fürs Foto auf.

Weiter fuhren wir an Containerschiffen und der Hafenpolizei vorbei (toll, was wir mittlerweile alles auf Spanisch verstehen) und hatten einen tollen Blick auf die Hügel von Valparaíso.

Am Nachmittag verzogen wir uns auf eine Dachterrasse in den Hügeln und organisierten mal wieder unsere Reise, aber mit tollem Ausblick.

Tag 49

Am nächsten Tag beschlossen wir das gute Wetter zu genießen und fuhren nach Vina del Mar, um dort an den Strand zu gehen. Wir nahmen den Bus, was problemlos funktionierte. Der Bus raste durch die Straßen und rund 30 Minuten später waren wir im schönen und grünen Vina del Mar angekommen. Dort gingen wir erst einmal in ein Einkaufszentrum und waren begeistert von so viel Europafeeling.

Am Strand angekommen war es herrlich warm und es waren auch nur wenige Leute dort. Es war der perfekte Nachmittag, an dem wir einfach die Sonne und das Meer genießen und uns entspannen konnten. Sonnenbrand inklusive. Trotzdem ein schöner Abschluss für unsere Reise nach Valparaíso.